Geschäftsideen

Beete für Großstädter - Gemüsegärten, die man mieten kann

Gemüse aus dem eigenen Garten ist immer noch die beste Garantie für Frische und Qualität. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit hierzu. Vor allem Bewohnern von Großstädten fehlt es an Gelegenheiten. Sofern sie über einen Balkon verfügen, reicht der Platz allenfalls für ein paar Küchenkräuter oder Zierblumen. Mehr Hobbygärtnerei ist nicht drin. Da Schrebergärten nicht jedermanns Sache sind, kamen Wanda Ganders und Natalie Kirchbaumer auf eine fulminante Idee. Sie pachten stadtnah gelegene Landflächen von Bauern, parzellieren sie in verschiedene Größen und vermieten diese, mit über 20 Gemüsesorten und Blumen komplett besäten und bepflanzten Parzellen an Stadtbewohner ohne eigenen Garten.

Beete für Großstädter - Gemüsegärten, die man mieten kann

Die Mieter pflegen ihre Gartenparzelle und können eine ganze Saison lang eigenes Gemüse und Blumen ernten. Das Geschäftsmodell trägt Früchte: Bereits zwei Jahre nach der Gründung des Unternehmens meine-ernte.de im Jahr 2009 konnte es in 15 Großstädten erfolgreich umgesetzt werden. Aufgrund des großen Erfolgs im ersten Jahr verlängerten die teilnehmenden Landwirte schon frühzeitig ihre Verträge. Für die Mieter ist das Konzept einfach und transparent. Auf der Website der GbR meine-ernte.de wird ausführlich beschrieben wie das System funktioniert. Bepflanzte Gemüsegärten an Großstädter zu vermieten, scheint ein nachhaltiger Trend zu werden, der sich für alle auszahlt: für die Mieter, die Landwirte und natürlich auch für die GbR der Gründerinnen Ganders und Kirchbaumer.

 

Gartenmiete ohne Vereinsstatuten und Verpflichtungen

Das Image von Bio-Produkten hat Kratzer bekommen. Oft steht Bio drauf, ist aber nicht drin. Doch nicht nur Bio. Auch Lebensmittelskandale oder Epidemien wie EHEC, die mit Gemüse in Verbindung stehen, sorgen dafür, dass die Verbraucher immer skeptischer werden. Ob sie nun beim Discounter oder Bio-Bauern einkaufen. Abhilfe schafft hier nur der eigene Garten als der beste Garant für Frische und Qualität. Großstadtbewohner haben jedoch keine Gelegenheit dazu.

Da Fertigprodukte und Imbisskost auch keine dauerhaft befriedigenden Alternativen sind, entwickelten die Betriebswirtinnen Wanda Ganders und Natalie Kirchbaumer aus Bonn im Juni 2009 eine geniale Geschäftsidee: Vermietung frisch bepflanzter Gemüsegärten an Leute aus der Großstadt. Gegründet wurde meine-ernte.de im Dezember 2009 als GbR. Das gab den Gründerinnen die Möglichkeit, schon in der Saison 2010 voll durchzustarten.

Da in Großstädten geeignete Flächen Mangelware sind, werden die Gärten nur für eine Saison vermietet. Anders als beispielsweise bei Schrebergärten gibt es keine Vereinsregeln oder andere verpflichtende Regularien. Ein Ein- oder Ausstieg ist für den Mieter also jederzeit möglich. Geräte und Material werden von meine-ernte.de gestellt. Die Vertragsbauern, bei denen die großstadtnahen Landflächen gepachtet werden, säen und bepflanzen sie mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Den Mietern stehen die Landwirte fachkundig während der Saison einmal pro Woche mit Rat und Tat bei Fragen rund ums sprießende Grün zur Seite.

Das Konzept wurde in der ersten Saison 2010 bereits erfolgreich in den Städten Aachen, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt und Wiesbaden mit über 250 Gemüsegärten erfolgreich umgesetzt. In der Saison 2011 kamen Bielefeld, Bochum, Hannover, Leverkusen, Köln, Münster, Potsdam und zwei Standorte in Berlin hinzu. Der große Erfolg bewog die Vertragslandwirte der ersten Saison, schon im Herbst 2010 die Verträge mit meine-ernte.de zu verlängern. Es können zwei Parzellengrößen gemietet werden. Der für 1-2 Personen geeignete kleine Gemüsegarten ist 45 m² groß und kostet pro Saison 179,- Euro. Die größere Variante, der für 3-4 Personen geeignete Familien-Gemüsegarten umfasst 85 m² bei einem Mietpreis von 329,- Euro pro Saison.

Im Preis inbegriffen ist die Bepflanzung und Besäung der Mietfläche mit über 20 Gemüsesorten und Blumen. Ein Grundsortiment an Gartenwerkzeugen und Wasser zum Gießen lagern auf einer Gemeinschaftsfläche und stehen den Gartenmietern gemeinschaftlich zur Verfügung. Umfassende Beratung und Unterstützung erfolgt direkt vor Ort. Der Mieter muss pro Woche ca. zwei Stunden Pflege einkalkulieren. Die einzelnen Parzellen sind nur durch Wege unterteilt und nicht durch Zäune voneinander getrennt. Denn schließlich sollen sich die Mieter untereinander austauschen und helfen können. Dadurch soll eine Garten-Community entstehen.

 

Goldene Zeiten für Selbstversorgungsprojekte

Der große Erfolg von meine-ernte.de in den ersten beiden Jahren zeigt einen völlig neuen Trend auf. Lebensmittelskandale der jüngeren Vergangenheit sowie die durch Finanzkrisen ausgelöste Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft des Geldsystems bringen immer mehr Menschen auf den Gedanken, sich mit selbst angebauten Nahrungsmitteln zu versorgen. Was auf dem Land zum Teil noch selbstverständlich ist, ist Großstädtern jedoch nicht möglich. Durch meine-ernte.de haben aber auch die Bewohner von städtischen Mietwohnungen die Gelegenheit, elementare Erfahrungen mit der Selbstversorgung zu machen. Das hohe Motivationspotenzial macht die Geschäftsidee von meine-ernte.de quasi zum Selbstläufer.

Hinzu kommen eine gestiegene Wertschätzung von Nahrungsmitteln und eine zunehmend kritischere Haltung gegenüber Bio-Produkten, die oft nicht das halten, was sie versprechen. Und schließlich erzielen die Hobbygärtner auch einen wirtschaftlichen Gewinn, denn der Wert der erntbaren Pflanzen und Kräuter erreicht einen Wert von 600,- Euro. All dies zusammengenommen ergibt eine gute Ausgangsbasis für weitere Unternehmensgründungen in diesem Bereich, da die Nachfrage nach Mietgärten mit Sicherheit noch weiter steigen wird.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GbR
Branche: Ernährung
Kategorie: Lebensmittel, Garten
Startkapital: * 5.000 EUR - 10.000 EUR
Website: www.meine-ernte.de
* geschätztes Startkapital

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