Geschäftsideen

Unterirdisch aber gut - Lederimitat aus Myzelgeflecht

Seit der Mitte der Nullerjahre gewann der vegane Lebensstil immer mehr Anhänger. Viele setzten dies früher oft mit vegetarischen Ernährungsgewohnheiten gleich, also dem Verzicht auf Fleischkonsum. Ein Irrtum, denn Veganismus bedeutet den kompletten Verzicht auf tierische Produkte. Eier, Milch, Wolle und Leder sind bei Veganern demnach tabu. Bei bestimmten Produkten wie beispielsweise Schuhen kann das durchaus problematisch werden. Doch nicht nur für die Fußbekleidung muss ein adäquater Ersatz her, sondern auch für Taschen, Koffer und Geldbörsen. Nun gibt es bei diesen Accessoires auch Ersatzmaterialien wie Kunststoffe. Doch technische Textilien aus synthetischen Materialien besitzen nicht annährend die Eigenschaften von echtem Leder.

Unterirdisch aber gut - Lederimitat aus Myzelgeflecht

Bolt Threads aus San Francisco befasst sich schon seit 2009 mit der Entwicklung von nachhaltigen Naturprodukten, die Naturleder oder Naturseide das Wasser reichen können. Beim Lederersatz ist dem Start-up mit Mylo™ bereits eine bahnbrechende Innovation gelungen. Das Material aus Pilzgeflecht fühlt sich nicht nur an wie echtes Leder, sondern sieht auch hervorragend aus. Investoren wurden 2014 auf Bolt Threads aufmerksam und steckten bis jetzt 213 Millionen US-Dollar in das Start-up. Sie haben inzwischen das enorme Gewinnpotenzial in dem Zukunftsmarkt entdeckt, der auch anderen Gründern jede Menge Chancen bietet.

 

Biologisches Lederimitat mit erstaunlichen Eigenschaften

Wenn es um veganen Lebensstil geht, denkt jeder zuerst ans Essen. Für Fleisch- und Milchprodukte gibt es inzwischen allerorten Ersatz. Den Protagonisten des veganen Lebensstils fehlt es laut eigenen Angaben an nichts. Doch wie sieht es bei Bekleidung und Accessoires aus? Leinen und Baumwolle gab es schon immer – auch ohne Veganismus – als Materialalternative, sodass man auf Wolle bei der Bekleidung verzichten konnte. Für Leder allerdings einen adäquaten Ersatz zu finden, war lange undenkbar. Zumindest, bis das 2009 in San Francisco gegründete Biotech-Start-up Bolt Threads mit Mylo™ ein Material erfand, das sich genauso wie Leder anfühlt. Anders als bei synthetischem Lederimitat handelt es sich bei Mylo™ um ein rein biologisches Produkt, das die Umwelt nicht schädigt und rückstandsfrei entsorgt werden kann.

Gewonnen wird Mylo™ aus Pilzgeflecht (Myzel). Es ist der eigentliche Pilz und erstreckt sich über große Flächen im Untergrund. Seine kleinen Fäden bilden ein gigantisches unterirdisches Netzwerk. Bolt Threads hat Zellen des Myzels unter optimalen Bedingungen im Labor kultiviert. Dabei kam ein besonders geschmeidiges Geflecht heraus, das lederähnliche Eigenschaften aufweist. Es fühlt sich nicht nur hervorragend an, sondern sieht auch besonders gut aus. Zudem bildet Mylo™ natürliche Strukturen ab, die auch bei gegerbter Tierhaut zu sehen sind. Das Material ist außerdem reiss- und wasserfest. Das atmungsaktive Material kann mit jeder beliebigen Oberflächenmusterung gezüchtet werden. So lässt sich beispielsweise auch Schlangen- oder Krokodilleder imitieren.

Da Mylo™ aus Myzel gewonnen wird, sind für die Produktion von Handtaschen und anderen Accessoires keine mit der Tierzucht verbundenen Aufwendungen nötig. Es muss also keine Biomasse für die Aufzucht von Tieren erzeugt werden. Ein anderer nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Geschwindigkeit: Während die Tieraufzucht Jahre benötigt, lässt sich Mylo™ in nur wenigen Tagen herstellen. Und zwar in der jeweils benötigten Größe, denn hier sind keine Grenzen gesetzt.

Mylo™ ist nicht das einzige Biomaterial, das Bolt Threads herstellt. Derzeit arbeitet man auch an biologischem Ersatz für Naturseide, indem man die Spinnfäden genau analysiert und die Proteine mithilfe biotechnischer Verfahren nachbildet.

 

Viel Potenzial für nachhaltige Lederersatzmaterialien

Leder hat sich in der menschlichen Zivilisation seit Jahrtausenden als Material für Schuhe, Bekleidung und Accessoires bewährt. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung ist jedoch eine Ausweitung der Tierzucht für Ernährungs- und Bekleidungszwecke aus Umweltgründen kaum noch vertretbar. Man muss also kein überzeugter Veganer sein, um die Entwicklung von Alternativen zu begrüßen. Das Biotech-Start-up Bolt Threads hat mit Mylo™ einen Lederersatz geschaffen, der selbst eingefleischte Fans von echtem Leder beeindruckt. Es geht also.

Nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Europa lassen sich Pilzgeflechte züchten, die der Herstellung des Lederersatzes dienen. Bislang wurde die Geschäftsidee hierzulande aber noch nicht aufgegriffen. Gründern aus dem Biotech-Bereich bieten sich mit Lederimitaten aus Pilzgeflecht daher hervorragende Chancen. Die Züchtung von Mylo™ in großem Stil erfordert allerdings einiges an Investitionen, denn es bedarf ausreichend großer Produktionsflächen und –räume sowie geschultes Personal, das Aufzucht und Reifegrad prüft. Die „Ernte“, Verarbeitung und Lagerung von Myzelgeflechten bedarf einer Vielzahl von ebenfalls fachkundigen Kräften.

Kurzum: Ohne einen finanzstarken Investor oder Partner wird sich eine Produktion in großem Stil kaum realisieren lassen. Geld sollte bei dieser bahnbrechenden Materialinnovation eigentlich keine Rolle spielen, denn Investoren, die händeringend nach lukrativen Investitionsmöglichkeiten in zukunftsträchtige Produkte suchen, gibt es genug. Eher könnte es – je nach Standort – Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften geben.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Rechtsform: Incorporated
Branche: Lifestyle, Handel & Vertrieb
Kategorie: Kleidung & Accessoires
Startkapital: * 50.000 EUR - 100.000 EUR
Website: boltthreads.com
* geschätztes Startkapital

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