Geschäftsideen

Neues Leben für verwaiste Lokale - Alte Geschäfte werden zu Street-Lofts

In Großstädten mangelt es nicht nur an Wohnraum, sondern auch an Hotelkapazitäten. Auf der anderen Seite sterben ganze Viertel vor sich hin, weil die Straßen etwas abseits vom Schuss liegen und keine Nachfrage mehr für die Geschäftsräume von hier einst ansässigen Gewerbebetrieben existiert. Zumeist sind es kleine Ladenlokale oder Werkstätten, die sich nicht mehr rentabel betreiben ließen und deshalb aufgegeben wurden. Die Immobilienbesitzer haben meistens keine Idee, wie sie die Lokalitäten wieder beleben könnten und Investoren interessieren sich meistens nur für angesagte Viertel mit hohen Renditeaussichten. Den drei österreichischen Architekturstudenten Theresia Kohlmayr, Jonathan Lutter und Christian Knapp fiel dies auf, nachdem sie sich auf einer Studienreise zum Thema Städtebau in Lateinamerika kennengelernt hatten.

Neues Leben für verwaiste Lokale - Alte Geschäfte werden zu Street-Lofts

Die Eindrücke, die sie von ihrer Studienreise mitbrachten, inspirierten sie zu ihrer Geschäftsidee Urbanauts, leer stehende Ladenlokale in wenig frequentierten Nebenstraßen von Großstädten zu Hotelzimmern umzubauen. Im Sommer 2012 gründeten sie die Urbanauts GmbH und begaben sich auf die Suche nach geeigneten ungenutzten Ladenlokalen. Nachdem das erste Pilotprojekt umgesetzt war, ging alles ziemlich schnell. Ein Ladenlokal nach dem anderen kam hinzu und bald entstand daraus ein kleines Netzwerk aus schicken Street-Lofts. Was als originelle Idee begann, hat sich inzwischen in Fachkreisen herumgesprochen und findet immer mehr Anklang.

 

Hotelzimmer mit echten Nachbarn

Es ist wirklich jammerschade, dass so viele Lokale ehemaliger Gewerbebetriebe in innerstädtischen Lagen veröden. Viele Eigentümer nutzen sie allenfalls noch als Lager oder Depot. Neue Gewerbebetriebe interessieren sich nicht dafür, weil sich einfach zu wenig Menschen in kleine Nebenstraßen oder Gassen verirren. Ohne Laufkundschaft ist aber kein Geschäft zu generieren. Die Architekturstudenten Theresia Kohlmayr, Jonathan Lutter und Christian Knapp lernten sich auf einer Bildungsreise zum Thema Städtebau in Kolumbien kennen. Die Eindrücke auf dieser Reise brachten sie auf die faszinierende Geschäftsidee Urbanauts, die leer stehende Lokale in den Gassen von Wien als Hotelzimmer der besonderen Art umfunktioniert.

Nicht jeder Tourist, der eine Stadt besucht, braucht unbedingt eine klassische Hotelrezeption. Viele bevorzugen alternative Unterkünfte, um viel von dem echten Leben in der Stadt mitzubekommen. Also, echte authentische Nachbarn und Leben abseits der touristischen Pfade. Genau für diesen Typ von Gast sind die zu Hotelzimmern mit Street-Loft-Charakter umfunktionierten „Gassenlokale“ konzipiert. Der Hotelservice befindet sich in der unmittelbaren Umgebung. Hier können die Gäste zum Beispiel frühstücken und weitere Mahlzeiten einnehmen. Die Street-Lofts gibt es als Einzel- und Doppelzimmer, wobei das Doppelzimmer ab 120,- Euro pro Nacht buchbar ist. Sie sind mit Dusche, Toilette und einem iMac ausgestattet, der zugleich als Fernseher und DVD-Player nutzbar ist. Die Zimmer tragen so originelle Namen wie „der Schlosser“, „die Schneiderin“ oder „der Künstler“ je nachdem, was das frühere Geschäftslokal einmal beherbergte.

Theresia Kohlmayr, Jonathan Lutter und Christian Knapp gründeten im Juli 2012 die Urbanauts GmbH in Wien und starteten mit einem Eigenkapital von 36.000,- Euro, das jeweils zu gleichen Teilen auf die drei Gesellschafter aufgeteilt war und von jedem Gesellschafter zunächst hälftig geleistet wurde. Inzwischen liegt bereits der dritte Jahresabschluss vor. Alles begann im Sommer 2012 mit einem einzelnen Hotelzimmer. Mittlerweile gibt es mehr als zehn davon, und wenn es nach den Gründern geht, sollen noch viele weitere hinzukommen.

 

Alternative Raumnutzungskonzepte haben viel Potenzial

Leer stehende und verwaiste Ladenlokale gibt es nicht nur in Wien, sondern überall. Während sich Investoren in Deutschland ausschließlich auf angesagte Trendviertel stürzen, sind viele Nebenstraßen in unseren Großstädten fast menschleer, weil hier einfach nichts mehr los ist. Kleine Ladengeschäfte sind schon seit Jahren geschlossen und stehen einfach nur leer oder werden notdürftig als Abstellraum genutzt. Für solche Immobilien ist eine Umwandlung in ein Hotelzimmer mit Street-Loft-Atmosphäre ideal. Von diesem Konzept profitieren alle Seiten: Touristen müssen auf Hotelzimmerkomfort nicht verzichten, haben aber einheimische Nachbarn und bekommen viel von dem echten Leben in der Stadt mit. Immobilienbesitzer können mit der verwaisten Immobilie wieder Einkünfte erwirtschaften und die Stadtverwaltungen können sich freuen, weil das Stadtbild nicht mehr durch leer stehende und unansehnlich verschlagene Ladenlokale leidet.

Wie das Beispiel von Urbanauts in Wien zeigt, müssen sich die Betreiber keine Sorgen machen, denn durch Unterstützung von Wien Tourismus, der offiziellen Tourismusbehörde der Stadt, ist das Konzept inzwischen weltweit bekannt und erfreut sich einer großen Nachfrage. Diese Geschäftsidee eignet sich nicht nur für angehende Architekten, sondern auch für Gründer mit Erfahrungen in der Gastronomie und Hotellerie. Wer plant, etwas Ähnliches aufzuziehen, sollte sich gleich zu Beginn die lokalen Tourismusämter oder –behörden mit ins Boot holen, weil diese über die Netzwerke verfügen, um solche Alternativangebote erfolgreich zu bewerben.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Österreich Österreich
Rechtsform: GmbH
Branche: Handwerk
Kategorie: Immobilien
Startkapital: * 50.000 EUR - 100.000 EUR
Website: urbanauts-hospitality.com
* geschätztes Startkapital

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