Geschäftsideen

Insekten statt Rindfleisch - Insektenburger erobern die Gastro-Szene

Leckere Burger gibt es heutzutage fast an jeder Ecke zu kaufen: Bei Fast-Food-Ketten, als Tiefkühl- oder Frischeprodukt in Supermärkten sowie in der klassischen Gastronomie. Das Patty als das Herzstück des Burgers wird größtenteils noch immer aus Rindfleisch hergestellt. Doch hier vollzieht sich gerade ein Wandel. Aufgrund der immensen CO2-Emissionen, die bei Produktion von Rindfleisch entstehen, und der ethisch fragwürdigen Massentierhaltung schwenken immer mehr Anbieter auf fleischlose Alternativen um. Ganz vorne auf der Liste stehen dabei vegane Varianten auf Sojabasis.

Doch es gibt noch andere Rohstoffe tierischen Ursprungs, die das Klima nicht belasten und ethisch vertretbar sind: Insekten. Noch immer dreht sich beim Gedanken daran bei vielen der Magen um. Wieso eigentlich? Das fragten sich auch Max Krämer und Baris Özel aus Osnabrück, als sie 2010 einen ausgedehnten Trip durch Asien unternahmen. Dort lernten sie die bei uns bislang noch geschmähte Alternative ausgiebig kennen und schätzen.

Insekten statt Rindfleisch - Insektenburger erobern die Gastro-Szene

Dieses Schlüsselerlebnis wurde für die beiden zur Inspirationsquelle und führte 2014 zur Gründung der Bugfoundation GbR. Nach vielen Probeläufen und etlichen Marketingaktivitäten gelang dem Start-up der Durchbruch. Supermarktketten nahmen ihre Burger begeistert in ihr Sortiment auf. Endlich war das Eis gebrochen.

 

Insektenburger gibt’s auch im Supermarkt

Allen kulinarischen Gepflogenheiten zum Trotz gelang es den beiden Jungunternehmer Max Krämer und Baris Özel aus Osnabrück, Insektenburger in ein Restaurant zu bringen. Das war 2015 in Brüssel. Man musste aufs Ausland ausweichen, weil es bis dahin noch keine gesetzliche Grundlage für den Verkauf von Nahrungsmitteln auf Insektenbasis in Deutschland gab. Bugfoundation wurde vom Interreg V – Food-Förderprogramm der Europäischen Union gefördert.

2016 verlegten die beiden innovativen Gründer den Hauptsitz des Start-ups nach Osnabrück. In den Folgejahren ließen sie keine Gelegenheit aus, um ihre Erfindung bekannter zu machen. Auf Messen, bei Vorträgen und anderen Veranstaltungen lernten immer mehr Menschen die Vorzüge von Insektenburgern kennen und konnten sich vom Geschmack der Food-Innovation überzeugen. Der Erfolg war stets überwältigend.

Nachdem sich die Bugfoundation 2017 von einer GbR in eine GmbH umwandelte, gelang es, finanzkräftige Investoren an Bord zu holen und eine kleine Produktion aufzubauen. Nachdem die Einzelhandelskette Rewe in mehreren Hundert Filialen Insektenburger ins Sortiment nahmen, wurden selbst traditionelle Nahrungsmittelproduzenten wie Kupfer Innovative Food GmbH & Co. KG im fränkischen Heilsbronn auf Bugfoundation aufmerksam. Im Jahr 2021 übernahm das Familienunternehmen das Start-up von Max Krämer und Baris Özel.

Insekten haben viele Vorzüge, die andere Nahrungsmittel nicht besitzen. Erstens sind sie sehr proteinhaltig und zweitens wird bei der Produktion nur sehr wenig CO2 freigesetzt, was gut fürs Klima ist. Bugfoundation verwendet für seine Burgerpattys gemahlene Buffalowürmer, die Mehlwürmern sehr ähnlich sind. Hierbei handelt es sich um die Larven des bei uns massenhaft verbreiteten Getreideschimmelkäfers.

Eines der gewichtigsten Argumente, Insekten in unserem Speiseplan aufzunehmen, ist das rasante Wachstum der Weltbevölkerung. Nach Ansicht von Experten wird es in wenigen Jahrzehnten kaum noch möglich sein, eine ausreichende Ernährung für alle sicherzustellen. Man schätzt daher, dass Insekten bereits in 20 Jahren ein selbstverständlicher Teil unseres Nahrungsangebots sein werden.
Für rund zwei Milliarden Menschen, also mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung, gehören Insekten schon heute zum Ernährungsalltag. In unserem Kulturkreis hingegen ekeln sich die meisten noch bei diesem Gedanken. Dies wird sich jedoch ändern. Bugfoundation hat gezeigt, dass es innerhalb von wenigen Jahren gelingen kann, Menschen, Investoren und große Handelsunternehmen von dieser umweltschonenden Alternative zum Fleisch zu überzeugen.

Im Gegensatz zu Säugetieren wie Rinder und Schweinen stellt Massentierhaltung bei Insekten kein Problem dar. Ganz im Gegenteil, denn Buffalowürmer und anderes Kleinstgetier lieben das massenhafte Getümmel, weil es ihrer Natur entspricht.

 

Insekten werden als Nahrungsquelle immer wichtiger

Wie kritisch die zukünftige Ernährungslage der Weltbevölkerung sein wird, zeigen die Analysen von Gesundheits- und Landwirtschaftsexperten der Vereinten Nationen. Hier wird man nicht müde zu betonen, dass Insekten als Nahrungsquelle zukünftig stärker genutzt werden müssen, um alle Menschen sattzubekommen. Die Insektenzucht verbraucht deutlich weniger Rohstoffe, Energie und Platz als die Aufzucht von Säugetieren und schont dadurch die Ressourcen unseres Planeten.

Angesichts der bis 2050 auf rund 9,7 Milliarden Menschen anwachsenden Weltbevölkerung ist die Gewinnung von Proteinen aus Insekten laut Expertenmeinung so gut wie alternativlos. Innovative Gründerinnen und Gründer, die sich mit Insektenzucht für Ernährungszwecke oder Food-Kreationen auf Insektenbasis befassen, stehen vor goldenen Zeiten. Das einzige verbleibende Hemmnis ist rein kultureller Natur und betrifft hauptsächlich die meisten OECD-Staaten, weil man dort Insekten als Nahrungsquelle nicht kennt und sich vor ihnen ekelt.

Hier ist Pioniergeist gefordert, wie ihn Bugfoundation an den Tag gelegt hat. Vor wenigen Jahrzehnten ekelte man sich auch vor rohem Fisch. Heute kann man ihn als Sushi überall genießen.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GmbH & Co. KG
Branche: Ernährung, Lifestyle, Sonstiges
Kategorie: Lebensmittel, Verschiedenes
Startkapital: * 100.000 EUR - 250.000 EUR
Website: bugfoundation.com
* geschätztes Startkapital

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