Geschäftsideen

Verpackungen sind tabu - Ein Geschäft nur mit losen Produkten

Wenn von Ressourcenschonung die Rede ist, stehen zumeist die Industrie und der Verkehr im Fokus. Nur wenige kommen auf die Idee, dass die Schonung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bereits im eigenen Haushalt beginnt. Viele meinen ihre Pflicht damit getan zu haben, den täglich anfallenden Müll sorgfältig zu trennen. Die Abfallmengen werden dadurch allerdings nicht geringer – im Gegenteil. Die Müllberge wachsen unaufhaltsam weiter und die Kommunen wissen langsam nicht mehr wohin damit. Die einzig wirklich nachhaltige Maßnahme wäre ein weitgehender Verzicht auf Verpackungen.

Verpackungen sind tabu - Ein Geschäft nur mit losen Produkten

Doch wie soll das gehen, zumal Einzelhandel und Discounter fast ausschließlich, zum Teil mehrfach verpackte Lebensmittel anbieten. Das sah auch Marie Delaperrière so. Durch einen Zeitungsartikel inspiriert, kam die französische Gründerin zu der Erkenntnis, dass nur Verpackungsverzicht hilft, unsere natürlichen Grundlagen zu erhalten. Ihre Geschäftsidee setzt da an, wo es gilt, Farbe zu bekennen: beim Einkauf.

Sie eröffnet 2014 in ihrer Wahlheimat Kiel mit UNVERPACKT den ersten Supermarkt Deutschlands, in dem ein verpackungsfreier Einkauf möglich ist, weil alle Produkte in loser Form angeboten werden. Für den Verbraucher bedeutet das, leere Behälter und Flaschen für den Einkauf von Lebensmitteln mitzubringen. Mit ihrer Geschäftsidee UNVERPACKT lag die Gründerin voll im Trend. Sie merkte das nicht nur am Medienecho, sondern auch an den steigenden Umsätzen in ihrem Laden.

 

Auch Non-Food-Produkte sind bei UNVERPACKT unverpackt

Vor wenigen Jahrzehnten in den 1980-er Jahren war Müllvermeidung ein Thema, das viele Menschen ansprach. Flächendeckende Mülltrennungskonzepte vernebelten danach allerdings den Blick für die Problematik und mit der Globalisierung nahm die Müllflut dann so richtig Fahrt auf. Inzwischen ist das Thema wieder auf der Tagesordnung, wie die neuesten Bestimmungen zu Plastiktüten im Einzelhandel zeigen.

Die Französin Marie Delaperrière aus Toulouse lebt seit 2002 in Deutschland und seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Kiel. Durch einen Zeitungsartikel in Le Monde vom November 2012 über eine Familie, die drei Jahre keinen Müll produzierte, wurde sie auf das Thema aufmerksam und erkannte das Potenzial für ihre Geschäftsidee UNVERPACKT. Unter diesem Namen eröffnete sie im Februar 2014 ihren Lebensmittelladen unter dem Motto: „lose, nachhaltig, gut“. UNVERPACKT ist der erste Laden Deutschlands, in dem es ausschließlich lose Ware zu kaufen gibt.

Bei UNVERPACKT kaufen Kunden alle Produkte in loser Form. Diese stehen in durchsichtigen Behältern und Spendern bereit, sodass der Kunde sofort die Frische und Qualität der Waren beurteilen kann. Zum Transport muss er eigene Behälter wie Frischhaltedosen, Flaschen und Gefäße mitbringen. Das Gewicht des Behälters wird vor der Befüllung ermittelt und nach der Befüllung wieder abgezogen. Das Sortiment erstreckt sich aktuell auf mehr als 500 Produkte des täglichen Bedarfs wie Teigwaren, Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte, Süßwaren, Kaffee, Tee, Trockenfrüchte, Süßwaren und vieles mehr.

Auch Non-Food-Produkte gibt es in loser, unverpackter Form: von Reinigungsmitteln über Duschgel bis hin zu Seifen. Alle Produkte stammen schon allein wegen der Frische größtenteils von Erzeugern aus der Region. Bei Produkten aus Übersee wie Kaffee und Tee werden ausschließlich fair gehandelte Produkte angeboten. Bei UNVERPACKT kann der Kunde in Ruhe seine täglichen verpackungsfreien Einkäufe erledigen und anschließend im angegliederten Bistro eine Tasse Kaffee mit einem Snack genießen.

 

Müllvermeidung ist ein Megatrend

Die Welt erstickt im Verpackungsmüll. Nicht nur in den westlichen Industrieländern wird das Problem immer größer, sondern vor allem in den Entwicklungs- und Schwellländern werden die Regierungen kaum noch Herr der Lage. Immer mehr Menschen achten daher bei ihren Einkäufen darauf, dass die Produkte ökologischen Standards entsprechen, fair gehandelt werden und Verpackungsmüll vermieden wird. Eine Geschäftsidee wie UNVERPACKT trifft daher den Nerv der Zeit, zumal sich immer mehr Menschen mit den Zielen der wachsenden „No-Waste-Bewegung“, die es auch in den USA, Großbritannien, Frankreich und Australien gibt, solidarisch erklären.

Die Geschäftsidee UNVERPACKT gibt den Menschen Gelegenheit, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass die Rücknahmeverpflichtung des Einzelhandels für Umverpackungen nicht zu einer Reduzierung der Müllberge geführt hat, wachen immer mehr Menschen auf und kaufen bevorzugt in Bio-Läden oder direkt beim Bauern, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Für Lebensmittelgeschäfte mit loser Ware gibt es in jeder deutschen Großstadt reichlich Potenzial. Gründer treffen hier auf einen noch fast jungfräulichen Markt. Sie sollten sich aber beeilen, bevor andere ihnen zuvorkommen.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: Einzelunternehmen
Branche: Ernährung
Kategorie: Lebensmittel
Startkapital: * 10.000 EUR - 25.000 EUR
Website: www.unverpackt-kiel.de
* geschätztes Startkapital

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