Geschäftsideen

Mit Graspapier Ressourcen schonen

Viele Menschen glauben, dass im Online-Zeitalter der Bedarf an Papier rückläufig ist. Das Gegenteil ist aber der Fall. Auch, wenn der Anteil der Printerzeugnisse zurückgeht, so hat der E-Commerce diese Nachfragelücke längst wieder ausgefüllt. Die rasante Entwicklung des Online-Versandhandels führte zu einer entsprechenden Nachfragesteigerung bei Verpackungsmaterialien und hier vor allem bei Papierprodukten. Ökologisch ist das eine Katastrophe, weil es eine exzessive Holzwirtschaft nach sich zieht. Recycling von Altpapier löst das Problem nicht, weil sich nach mehrfachem Papierrecycling die Fasern so sehr verkürzt haben, dass man sie für die Papierherstellung nicht mehr verwenden kann. Doch was könnte die Alternative sein?

Mit Graspapier Ressourcen schonen

 Die Frage stellte sich auch Uwe D’Agnone aus Hennef in NRW. Seine Geschäftsidee: Anstatt den wertvollen Rohstoff Holz für die Papierherstellung einzusetzen, sollte man lieber auf Gras setzen. Er gründete 2013 die Creapaper GmbH und testete ausgiebig alternative Rohstoffe und inwieweit diese bei der Papierproduktion eingesetzt werden können. Sein Einsatz hat sich gelohnt und Gras war als ergänzender Primärfaserstoff geboren. Die Papierfabrik Zerkall testete das Gemisch, das aus zwei Dritteln Zellstoff und einem Drittel Gras bestand. Das Graspapier erfüllt alle Anforderung der Verpackungsindustrie. Für seine Erfindung GRASPAP© erhielt Creapaper den IKU Innovationspreis Klima und Umwelt 2017.

 

Papier mit 35 % Grasanteilen

Der Schonung unserer natürlichen Ressourcen haben sich fast alle Organisationen und Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Die Praxis unserer modernen Welt läuft dem aber oft zuwider. Bestes Beispiel ist die rasante Zunahme des Online-Handels, der trotz Einsparungen auf der einen Seite zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch in anderen Bereichen führt. Die Waren müssen für den Versand nun mal verpackt werden und Verpackungen bestehen größtenteils aus Papier. Uwe D’Agnone aus Hennef hat sich des Themas angenommen und mit GRASPAP© eine bahnbrechende Lösung entwickelt.

Sein 2013 gegründetes Start-up Creapaper GmbH experimentierte zunächst mit einer Vielzahl von Rohstoffen, bis die Graslösung gefunden war. Hierbei fungiert Gras nicht als alleiniger Rohstoff, sondern von Anfang an als Sekundärfaserstoff, der die Faserstoffe aus der Zellstoffproduktion ergänzt.

Die Notwendigkeit, in diesem Bereich zu forschen, ergibt sich aus dem Umstand, dass durch die Digitalisierung immer weniger grafische Papiere produziert werden. Diese enthalten für den Recyclingprozess die so wichtigen langen Fasern. Nach mehreren Recyclingläufen werden die Fasern immer kürzer und sind für die Papierherstellung nicht mehr geeignet. Die Folge: Bei der Papierproduktion müssen immer mehr Primärfaserrohstoffe eingesetzt werden, die man aus Holz gewinnt. Zugleich wird Holz aber auch verstärkt zur Energieerzeugung genutzt. Das hat einen stark steigenden Holzverbrauch zur Folge. Durch die Beimengung von 35 % GRASPAP© kann der Mangel an den für die Papierherstellung so wichtigen, langen Fasern kompensiert werden.

Creapaper konnte die Papierfabrik Zerkall als Partner gewinnen, um den Maschinentest für die Papierherstellung mit dem Sekundärfaserstoff Gras durchzuführen. Die Testergebnisse verliefen positiv und das Graspapier war geboren. Aus Graspapier lassen sich eine Vielzahl von Produkten wie Graspappe, Graspapier und Graskartonagen herstellen. Inzwischen setzen große Lebensmittelketten wie Edeka und Rewe Verpackungen mit GRASPAP© ein. Graspapier sollte indes nicht die einzige Innovation von Creapaper bleiben. Inzwischen werden biologisch abbaubare Papiere mit Saatgutanteilen hergestellt. Nach Verwendung werden diese einfach ins Erdreich zur Aussaat eingebracht.

 

Innovative Umwelttechniken haben großes Potenzial

Wie das Beispiel von Creapaper zeigt, lassen sich Lösungen für Probleme finden, an die früher kaum einer zu denken wagte. Lösungen wie GRASPAP© setzen disruptive Denkprozesse voraus. Gras als Rohstoff für Papier – wer hätte gedacht, dass so etwas möglich ist. In Anbetracht des rasant steigenden Verbrauchs an Primärfaserstoff aus Holz für die Papierproduktion sind alternative Rohstoffe gefragter denn je. Gras hat den großen Vorteil, dass es ständig nachwächst und es ohnehin regelmäßig gemäht werden muss. Die Umwelt muss darunter nicht leiden. Gras, das für landwirtschaftliche Zwecke wie die Tierfütterung genutzt wird, scheidet hierbei aus.

Was aber ist mit den unzähligen Gärten in Deutschland, die jede Woche in den Sommermonaten gemäht werden. Der Grasschnitt landet in der Biotonne und wird auf Kompostieranlagen entsorgt. Hier könnte man ein System einrichten, um den Grasschnitt für die Herstellung von Sekundärfaserstoff zu sammeln. Die Gartenbesitzer liefern dann einen Rohstoff, der nicht mehr als Abfall entsorgt werden muss, sondern dazu beiträgt, dass weniger Bäume für die Papierproduktion gefällt werden müssen. Ein Beispiel, wie sich durch innovative Verfahren wertvolle Rohstoffressourcen schonen lassen.

Gründer, die sich in diesem Bereich engagieren möchten, stehen zahlreiche Fördernetzwerke im Bund und in den Ländern offen. Vielleicht sind sogar noch andere Rohmaterialien außer Gras möglich. Der alljährliche Laubfall im Herbst liefert beispielsweise Unmengen von Blättern, die sich eventuell auch als Rohstoff für Papier nutzen ließen. Bei „Jugend forscht“ wurden bereits erste Versuche gestartet. Vielleicht finden sich ein paar aufgeweckte Gründer, die diesen Ansatz weiterverfolgen. Alternativen zu Holzzellulose haben auf jeden Fall viel Potenzial.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GmbH
Branche: Handel & Vertrieb
Kategorie: Business & Industrie
Startkapital: * 50.000 EUR - 100.000 EUR
Website: www.creapaper.de
* geschätztes Startkapital

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