Geschäftsideen

Sitzheizung für Kirchenbesucher erobert die Gotteshäuser

Wer glaubt, dass Gottesdienste nicht mehr besucht werden, irrt. Denn Millionen Gläubige suchen die Gotteshäuser auch im Zeitalter des säkularen Wertewandels auf. Im Sommer wie im Winter. Nur dann müssen sie meistens frieren. Denn trotz immenser Aufwendungen für die Beheizung von Kirchen will den Besuchern einfach nicht warm werden.

Der Streuverlust ist einfach zu groß. Kirchen sind eben nicht fürs Heizen gebaut. Oder liegt da ein Fehler im Denken? Beheizt werden nämlich großvolumige Innenräume, ohne, dass die Menschen die Wärme wirklich spüren. Das rief den Maschinenbauingenieur Martin Sandler auf den Plan. „Nicht die Kirchen sollten geheizt, sondern die Besucher gewärmt werden!“, lautete seine logische Schlussfolgerung, die ihn auf eine geniale Idee brachte.

Sitzheizung für Kirchenbesucher erobert die Gotteshäuser

Mit beheizbaren Sitzkissen für Kirchenbänke, welche die Wärme direkt an Menschen bringen, beglückte er schließlich seine Gemeinde in Kaufbeuren. Nach anfänglicher Skepsis nahm sie den Prototyp seiner Erfindung begeistert auf. Doch erst Jahre später, als das Spardiktat der heimischen Diözese die Jugendarbeit beschneiden wollte, kam der Durchbruch für seine Erfindung. Sie war so erfolgreich und nachhaltig, dass er mit der Produktion kaum noch nachkam.

Sieben weitere Mitarbeiter musste er dafür in seiner Energie für Gebäude GmbH & Co. KG einstellen. Es hatte sich gelohnt, denn heute wärmen bereits über 100.000 seiner patentierten Sitzkissen Kirchenbesucher zwischen Oslo und Lissabon.

 

Menschen wärmen statt Gebäude heizen

Diese Erfolgsstory muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da erhält 1997 ein Heizungsbauer von seiner Kirchengemeinde den Auftrag zum Einbau einer neuen Heizungsanlage und zerbricht sich den Kopf über die horrenden Betriebskosten, die nach der Inbetriebnahme zu erwarten sind.

Nun war Martin Sandler aus Kaufbeuren zugleich auch gelernter Maschinenbauingenieur und gewohnt, über viele Dinge neu nachzudenken. Herausgekommen ist dabei eine Erfindung, die es in sich hat.

Seine patentierte Kirchensitzheizung verbraucht nicht nur 100 – 200 Mal weniger Energie als konventionelle Systeme wie Bankstrahler, sondern ist zugleich noch wesentlich effizienter. Denn die Abgabe der Wärme erfolgt direkt an den Menschen, der nicht frieren soll. Die mit 24 Volt Niederspannung betriebene Sitzkissenheizung ist gesundheitlich unbedenklich und so konstruiert, dass sie auch für spielende Kinder keinerlei Gefahr darstellt.

Nach lediglich drei Minuten Vorlaufzeit hat das Kissen seine maximale Heizleistung erreicht. Denn erst, wenn sich der Besucher auf das Sitzkissen setzt, beginnt es zu wärmen. Die Vliesschicht auf dem Sitzkissen vermindert die Wärmeabgabe in unbelastetem Zustand, wodurch Streuverluste de facto ausgeschlossen sind.

Durch das Sitzkissen entstehen beispielsweise in einer Kirche mit 87 Sitzplätzen gerade einmal 12,- Euro Stromkosten pro Jahr gegenüber 1.200,- Euro an jährlichen Energiekosten, die für konventionelle Heizsysteme anfallen würden. Wirtschaftlicher geht es kaum.

Zwar fallen bei diesem System Anfangsinvestitionen von rund 8.000,- Euro an. Diese haben sich jedoch nach 3 – 5 Jahren voll amortisiert. Nicht eingerechnet die Einsparungen bei der Gebäudeerhaltung. Denn bekanntlich schädigen konventionelle Heizmethoden die Gebäude beträchtlich mit der Folge periodisch anfallender Renovierungs- und Reparaturarbeiten.

Erhältlich sind die Sitzkissen in Breiten zwischen 25 und 55 Zentimetern in verschiedenen Farben und können auf Wunsch passgenau für spezifische Kirchenbanktiefen, Aussparungen und weitere Anforderungen gefertigt werden. Sie sind TÜV-geprüft und GS-zertifiziert, entsprechen den Anforderungen des Denkmalschutzes und können durch jeden Elektrofachbetrieb installiert werden. Ferner besteht die Möglichkeit, Kirchensitzheizungen 14 Tage kostenlos und unverbindlich zu testen.

 

Eine Erfindung macht Furore

Was Martin Sandler zunächst als Einzelunternehmer begann, ging Anfang 2007 in die EfG – Energie für Gebäude GmbH & Co. KG über. Der Startschuss für die Produktion von Kirchensitzheizungen in großem Stil löste 2005 eine Entscheidung der Diözese Augsburg aus, die Mittel für die Jugendarbeit drastisch zu kürzen. Dessen ungeachtet wurde auf der anderen Seite weiterhin viel Geld in den Kirchen „verheizt“. Diese Diskrepanz ließ Sandler fortan nicht mehr ruhen.

Obwohl man seiner Idee anfänglich noch mit großer Skepsis begegnete, entwickelte sie sich mit der Zeit zum Selbstläufer. Ab 2007 schaffte er es kaum noch, die sprunghaft gestiegene Nachfrage zu bewältigen. Das führte schließlich zur Schaffung von sieben neuen Arbeitsplätzen. Obwohl mittlerweile über 100.000 Sitzplätze in europäischen Kirchen mit seinen Sitzheizungen ausgestattet sind, ist der Bedarf noch lange nicht gedeckt.

Sandler ließ es nicht bei den Kirchensitzheizungen. Innovativ wie er ist, dachte er über weitere Produkte zum Thema „Kirche und Frieren“ nach und erfand einen Talar aus wärmereflektierendem Stoff, der die Körperwärme zurückstrahlt. Die maßgefertigten Talare und Messgewänder werden zu Preisen zwischen 149,- und 379,- Euro angeboten. Damit es auch die Pfarrer schön warm haben.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GmbH & Co. KG
Branche: Handwerk
Kategorie: Möbel & Wohnen, Immobilien
Startkapital: * 25.000 EUR - 50.000 EUR
Website: www.efg.de
* geschätztes Startkapital

Beliebtheit

6833 Aufrufe

So viele Besucher haben sich für diese Idee interessiert.

Gerne informieren wir Sie regelmäßig über neue Geschäftsideen.

Unseren kostenlosen Newsletter erhalten Sie einmal monatlich.

Datenschutz- & Eintraghinweis:
Ihre E-Mail-Adresse verwenden wir ausschließlich zum Versand des Gratis-Ratgebers und des abonnierten Newsletters. Wir geben Ihre personenbezogenen Daten selbstverständlich nicht an Dritte weiter und halten uns an den Datenschutz. Der Verwendung können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widersprechen, indem Sie uns einfach eine E-Mail an info@geschaeftsideen.de senden oder den entsprechenden Abmelde-Link im Newsletter betätigen.