Geschäftsideen

Urban Farming neu gedacht - Smarte Indoor Lösungen für frische Ernten

Müssen Lebensmittel eigentlich immer erst dutzende Kilometer auf dem Landweg transportiert oder gar eingeflogen werden, bevor sie die Frischeabteilung des lokalen Supermarkts erreichen? Dazu haben die drei Gründer von Infarm eine ganz klare Meinung: „Nein, das müssen sie nicht!“. Wenn es nach den Gründern geht, könnten Kunden das ganze Jahr hindurch frische Kräuter und Salate direkt im Supermarkt um die Ecke ernten.

Möglich machen es vertikale Gewächshäuser, welche direkt in den Supermärkten aufgestellt werden. Dort werden die Pflanzen ständig kultiviert, sodass größtmögliche Frische garantiert ist. Die Produkte sind nachhaltig, lokal und nicht teurer als die Ware, die es in Plastiktütchen zu kaufen gibt. Die Geschäftsidee entstand aus der Laune heraus, sich selbst zu versorgen, um gesünder und nachhaltiger zu leben.

Urban Farming neu gedacht - Smarte Indoor Lösungen für frische Ernten

 

Urban Farming wird zum Farming as a Service

Im städtischen Umfeld zu gärtnern ist keine brandneue Idee, denn Schrebergärten als traditionelle Form des urbanen Gartenbaus gibt es in Deutschland schon seit dem 19. Jahrhundert. Beim Urban Farming von Infarm geht es allerdings nicht um ein pädagogisches Konzept zur körperlichen Ertüchtigung seiner Nutzer, sondern um die lokale Vermarktung von Nutz- und Zierpflanzen, also Farming as a Service. Hierbei spielt smarte Sensortechnik zur automatischen Regulierung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bewässerung eine zentrale Rolle.

Infarm-Gewächshäuser bestehen aus transparenten Boxen, die in hohen Schränken untergebracht sind. Diese lassen sich horizontal nach dem Baukastenprinzip aneinanderreihen. Durch die vertikale Anordnung der Boxen beanspruchen die Gewächshäuser vergleichsweise wenig Platz. Nach der Gründung von Infarm im Jahr 2013 haben Erez und Guy Galonska und Osnat Michaeli vieles ausprobiert, um Einsatzmöglichkeiten und spezifische Anforderungen für Gewächshäuser im urbanen Umfeld kennenzulernen.

So starteten sie mit dem Bau von Gewächshäusern zunächst im heimischen Wohnzimmer. Danach folgten Installationen in einem umgebauten Wohnwagen und schließlich Feldversuche in Schulen, Universitäten und Krankenhäusern. Der wichtigste Einsatzort für ihre vertikalen Gewächshäuser sollte jedoch der Supermarkt werden. Hier gelang es, mit Edeka und Metro starke Partner mit ins Boot zu holen. Nach dem Einstieg mehrerer Investoren, die insgesamt 600 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investierten, ging es zunächst steil bergauf.

Nicht nur in Deutschland und im europäischen Ausland baute das Start-up Produktionsstätten auf, sondern auch in den USA und Kanada. In Spitzenzeiten arbeiteten weltweit an die 1.000 Mitarbeiter für Infarm. Bei dem schnellen Wachstum hatte man jedoch die Stärke des Wettbewerbs deutlich unterschätzt.

Nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs und der darauffolgenden Explosion der Energiepreise sank die Rentabilität jedoch immer mehr und brachte die Geschäftstätigkeit nahezu zum Erliegen. Die Gründer gaben dennoch nicht auf und versuchten einen Neustart in Übersee. Heute sitzt das neue Unternehmen im kanadischen Toronto, beschäftigt 40 Mitarbeiter und vertreibt unter dem Namen „Grown Kosher“ koschere Salate. Damit sind Salate gemeint, die insektenfrei produziert wurden.

 

Urban Farming hat in allen Formen großes Potenzial

Farming as a Service leistet einen wichtigen Beitrag zur Dezentralisierung der Landwirtschaft. Diese ist nach Auffassung der Infarm-Gründer auch dringend nötig, um eine stetig wachsende Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten ernähren zu können. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die Dienstleistung vor Ort jeweils auf die Bedürfnisse der Kundschaft zugeschnitten wird, sodass das Produktangebot kein Einheitsbrei ist, sondern variieren kann. Der zweite Kerngedanke ist die Chance auf etwas mehr Autarkie bei der Sicherstellung der Ernährung im urbanen Raum.

Sollte es einmal zu einer Situation kommen, in der die Versorgung der Stadtbevölkerung eingeschränkt ist, kann Urban Farming einen entscheidenden Beitrag leisten, um Versorgungsengpässe in Städten zu lindern. Die Pandemie Anfang der 2020er Jahre hatte gezeigt, wie schnell es zu Engpässen bei bestimmten Gütern des täglichen Lebens kommen kann. Urban Farming kann nicht nur einen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei Pandemien leisten, sondern auch bei anderen Ausnahmeereignissen wie sozialen Unruhen oder Naturkatastrophen.

Die Tatsache, dass Infarm den Einhorn-Status erhielt, zeigt, welch hohen Stellenwert das Thema Urban Farming in Investorenkreisen genießt. Dass das Start-up nach 2021 einen Einbruch erlitt, tut der Sache keinen Abbruch. Engagierte Gründer sollten daher das Interesse von Investoren im Auge behalten. Mit einem stimmigen Geschäftsmodell, das auch die derzeit überdurchschnittlichen Energiekosten berücksichtigt, sollte es nicht allzu schwer sein, an Investorengelder zu kommen.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GmbH
Branche: Ernährung, Handel & Vertrieb
Kategorie: Business & Industrie, Lebensmittel
Startkapital: * über 250.000 EUR
Website:
* geschätztes Startkapital

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