Geschäftsideen

Statt unterproportionierte Barbie - Puppen ohne Schönheitsideale

Barbiepuppen zählen seit Generationen zu den Klassikern unter den Kinderspielzeugen. Fast jede erwachsene Frau hat in ihrer Kindheit mit einer oder mehreren Barbies gespielt. Eines der typischen Merkmale des Puppenklassikers ist, dass er sich jeweils am Zeitgeist orientiert. Eine Barbie verkörpert die Modetrends und Schönheitsideale ihrer Zeit und prägt damit entscheidend die Vorstellungswelt von Mädchen, die mit den Puppen spielen. Mit der erfahrbaren Welt der meisten Kinder hat die Barbiewelt herzlich wenig zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Phantasiewelt, die nur vorgibt, die Wirklichkeit widerzuspiegeln.

Statt unterproportionierte Barbie: Puppen mit durchschnittlichen Maßen

Die meisten Frauen besitzen nicht die Körpermaße der Barbie und können daher auch nicht die von der Barbie vorgestellte Mode tragen. Den US-amerikanischen Grafikdesigner Nickolay Lamm brachte das 2014 auf die Idee, mit Lammily eine Barbie mit den Maßen einer durchschnittlichen amerikanischen Frau zu entwerfen. Die sogenannte Anti-Barbie kann Pickel haben oder auch Cellulitis – wie im richtigen Leben. Nach der Vorstellung seiner Idee auf einer Crowdfunding-Plattform kam das benötigte Startkapital schnell zusammen. Bereits nach kurzer Zeit hatte Lammily mehr als 13.000 Unterstützer, die über 19.000 Puppen vorbestellten. Es war der Durchbruch einer Idee, die in der ganzen Welt viel Beachtung fand.

 

Statt Topmodel Frau von nebenan

Mit der Veröffentlichung der ersten Barbie durch den US-Spielzeugkonzern Mattel in den 1950er-Jahren begann ihr Siegeszug durch die Kinderzimmer dieser Welt. Sie war von vornherein als Mannequin beziehungsweise Model konzipiert. Entsprechend wurde das Aussehen und die Ausstattung immer wieder an aktuelle Mode- und Lifestyletrends angepasst. Mit ihrer Wespentaille und anderen Idealmaßen verkörperte die Puppe jedoch ein Schönheitsideal, dem nur die wenigsten Frauen entsprechen. Der Grafikdesigner Nickolay Lamm aus Pittsburgh in Pennsylvania entwarf daraufhin eine Anti-Barbie mit dem Namen Lammily als künstlerischen Protest gegen die fragwürdigen, von der Barbie verkörperten Schönheitsideale.

Die von Lamm im März 2014 gestartete Crowdfunding-Kampagne, die Huffington Post, USA Today und andere Newsportale begleiteten, wurde ein voller Erfolg. Binnen kürzester Zeit bestellten mehr als 13.000 Unterstützer über 19.000 Lammilys zum Preis von 25,- US-Dollar pro Stück. Die Produktion der Lammily konnte nun beginnen. Die Auslieferung der ersten Exemplare an die Unterstützer erfolgte dann im November 2014. Es folgten weitere Puppen mit Durchschnittsproportionen nebst Zubehör.

Für seine Lammily legte der Gründer die durchschnittlichen Maße einer amerikanischen Frau im Alter von 19 Jahren zugrunde. Diese misst 1,63 Meter, wiegt 68 Kilogramm und hat eine Oberweite von 85 Zentimetern. Beim Konzept für die Anti-Barbie wurden die unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen berücksichtigt. So gibt es Aknepickel, Cellulitis, Schwangerschaftsstreifen, Mückenstiche und blaue Flecken optional als Aufkleber.

Aktuell ist die Lammily als weiße und als farbige Frau erhältlich. Mit dem Lammily Boy ist zudem inzwischen eine männliche Puppe mit Durchschnittsmaßen verfügbar. Für Lammilys gibt es selbstverständlich auch zusätzliche Outfits zu kaufen. Dabei handelt es sich nicht um Mode für den Laufsteg, sondern um Freizeit- und Berufsbekleidung. Also um Outfits, die uns tagtäglich begegnen. Um die Lammilys mit allem Zubehör hübsch verstauen zu können, gibt’s eine praktische Lammily-Tasche für 30,- US-Dollar. Sämtliche Puppen nebst Zubehör vertreibt der Gründer über seinen eigenen Online-Shop und über Distributoren. Der Begriff Lammily ist übrigens ein Kunstwort, das sich aus dem Familiennamen des Gründers (Lamm) und „family“ zusammensetzt.

 

Naturalismus liegt im Trend

Immer mehr Zeitgenossen hinterfragen die Pseudoideale, die uns tagtäglich von der Werbung vorgegaukelt werden. Ob Körpermaße, Aussehen oder Gewicht – ständig werden wir damit konfrontiert, wie wir idealerweise aussehen sollten. Das verunsichert viele junge Menschen und führt nicht selten zu Essstörungen. Fakt ist: Die meisten Menschen entsprechen einfach nicht den propagierten Schönheitsidealen von Models. Auch wenn die klassische Barbie nicht allein für diesen Körperkult verantwortlich ist, so ist diese Spielzeugpuppe doch Teil eines Systems, das den Schlankheitswahn fördert. Gegen diesen Wahn stemmen sich immer mehr Menschen.

Der durchschlagende Erfolg der Lammily in den USA zeigt überdeutlich, dass es ein großes Bedürfnis nach Natürlichkeit gibt und der neue Naturalismus im Trend liegt. Dies zeigt sich auch in der Werbung. Deutschland hinkt bei neuen Trends aus Übersee erfahrungsgemäß immer etwas hinterher, doch diese neue Sicht der Dinge wird auch uns erreichen. Spielzeugpuppen mit natürlichem Aussehen werden bald auch in unseren Kinderzimmern zu finden sein. Gründer können von diesem Trend profitieren, indem sie ebenfalls Puppen kreieren, die dem Normalmaß entsprechen. Bei den Eltern bedarf es hierfür keine große Überzeugungsarbeit. Diese werden froh sein, wenn es Alternativen zu den fragwürdigen Schönheitsidealen gibt, die durch die Barbie verkörpert werden. Geschäftsideen wie Lammily besitzen daher sehr viel Potenzial.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Rechtsform: Limited Liability Company (LLC)
Branche: Freizeit
Kategorie: Kinder
Startkapital: * 10.000 EUR - 25.000 EUR
Website: lammily.com
* geschätztes Startkapital

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