Geschäftsideen

Bier nach Maß - Die Brauerei für zu Hause

Nie war die Vielfalt bei Getränken größer als heute. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein neues Mixgetränk eines mehr oder weniger bekannten Herstellers in den Regalen der Supermärkte auftaucht. Nicht nur Alcopops und Energydrinks kommen in ständig neuen Varianten auf den Markt, sondern auch Klassiker im Bereich der Softdrinks. Pausenlos denken sich die Hersteller neue Mixturen aus, um die Verbraucher bei Laune zu halten. Gleich, ob Cola mit Kirschgeschmack oder Mineralwasser mit Aromazusätzen – als Verbraucher hat man die Qual der Wahl und kommt sich immer mehr vor wie ein Versuchskaninchen. Inzwischen ist der Trend auch beim Bier angekommen.

Bier nach Maß - Die Brauerei für zu Hause

Biermischgetränke erfreuen sich zwar großer Beliebtheit, doch ist es ungemein schwierig, neue Marken aufzubauen, weil die heutigen Verbraucher einfach zu unterschiedlich ticken. Aus diesem Grund beschritt das Münchner Gründerteam um Wolfgang Westermeier einen völlig neuen Weg bei der Biervermarktung. Die drei Gründer hatten sich als Studenten an der TU München kennengelernt und am Gründerzentrum Garching ihre Geschäftsidee Braufässchen entwickelt. Anstatt den Markt mit ein paar weiteren Biermixkreationen zu beglücken, wenden sie das Customizing-Prinzip einfach auf die Bierherstellung an. Bierfässchen liefert Zutaten für die Bierherstellung in den eigenen vier Wänden. Aus vielen unterschiedlichen Biertypen und Aromen lassen sich 15.000 verschiedene Varianten kreieren.

 

15.000 Biervarianten möglich

Bei der Geschäftsidee von Bierfässchen steht die Individualität des Bierkonsumenten an erster Stelle. Man richtet sich primär nicht an gewohnheitsmäßige Biertrinker, sondern vor allem an neue Käuferschichten, die mit traditionellem Bierkonsum eher weniger am Hut haben. Klassische Biersorten wie Pils, Export, Alt oder Kölsch sprechen vor allem junge Leute immer weniger an. Die junge Generation meint, dass alle Biere irgendwie immer gleich schmecken. Daher verlangen junge Konsumenten nach originellen Geschmacksrichtungen. Baukonzerne versuchen den Absatzrückgang bei klassischen Biersorten, mit neuen Trendprodukten zu stoppen.

Die Idee zu Bierfässchen entstand aus einer sprichwörtlichen Bierlaune heraus. Wolfgang Westermeier und zwei weitere Kommilitonen philosophierten 2011 im Gründerzentrum der TU München in Garching über Möglichkeiten von Privatpersonen, ihr eigenes Bier zu Hause zu brauen. Während dieses Meetings entstand die Geschäftsidee Bierfässchen, die bald darauf konkrete Gestalt annehmen sollte.

Bierfässchen vertreibt Bierbrausets für zu Hause. Jedes Set enthält alle notwendigen Zutaten inkl. 5-Liter-Fässchen, um fünf Liter frisches Bier selber daheim zu brauen. Nicht nur die üblichen Sorten wie Helles, Pils & Co. lassen sich auf diese Weise im heimischen Umfeld herstellen, sondern auch ganz ungewöhnliche Kreationen. Wer noch nie Weißbier mit Mango oder Pils mit Grapefruit getrunken hat, bekommt jetzt Gelegenheit, dies nachzuholen.

Je nachdem wie die Hopfenstärke eingestellt ist und welche Zusatzaromen in welcher Menge und Zusammensetzung zugesetzt werden, lassen sich 15.000 unterschiedliche Kombinationen herstellen. Alle theoretisch denkbaren Kombinationen auszuprobieren, ist schlichtweg unmöglich. Dennoch gelingt es allen Kunden, mit den Bierbrausets von Braufässchen rasch eine Lieblingssorte zu kreieren. Das Bierbrau-Set kostet je nach Zusammensetzung der Zutaten zwischen 30 und 35 Euro.

Für die Entwicklung und Vermarktung wurde 2012 in Garching die Customized Drinks GmbH gegründet und der Webshop für Bierfässchen an den Start gebracht. Die drei Gründer waren ein perfektes Team. Mit Wolfgang Westermeier hatte das Start-up einen Naturwissenschaftler für die Produktentwicklung, mit dem Tüftler Ping Lu einen Informatiker für die Entwicklung der geschäftlichen Prozesse und mit Dominik Guber einen Marketingfachmann an Bord, der sich engagiert für die Vermarktung der Bierbrau-Kits einsetzt.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Schon nach einem Jahr erreichte das Start-up die Gewinnzone und konnte sich vor Aufträgen kaum noch retten. Schließlich verlegte man 2014 den Firmensitz von Garching nach München. In dem Jahr stieg der Absatz auf 40.000 Fässer und der Umsatz auf 1,3 Millionen Euro. In nur kurzer Zeit gewann Braufässchen mehr als 3.000 zufriedene Kunden.

 

Customizing hat noch viel Potenzial

Die Marktanteile klassischer Biersorten schrumpfen immer mehr. Diese Tendenz lässt sich auch bei anderen Produkten beobachten. Der Grund: Junge Konsumenten lassen sich nicht mehr so leicht an Marken und Produkte binden. Sie wollen Einfluss auf das Produkt nehmen und selber bestimmen, wonach es schmeckt. So auch beim Bier. Diese Bedürfnisse lassen sich am besten mit Geschäftsmodellen für individualisierte Produkte, sprich Customizing, befriedigen. Dabei stellt jeder sein Bier oder ein anderes Produkt nach seinem Gusto her. Die Gründer von Braufässchen haben diesen Trend schon relativ früh erkannt und ein passendes Geschäftsmodell entwickelt, denn bei Müsli und anderen Produkten war diese Vermarktungsstrategie inzwischen ein voller Erfolg.

Zwar ist der Marktanteil von Bierfässchen am gesamten Biermarkt noch verschwindend gering. Das zeigt allerdings nur, wie viel Potenzial noch in dieser Geschäftsidee steckt. Die Geschäftsidee ist offen für jeden – nicht nur für Gründer mit gastronomischem Hintergrund. Wertvoll sind natürlich Brauerfahrungen. Diese kann man sich allerdings auch aneignen. Kurzum: eine Geschäftsidee mit überdurchschnittlichem Potenzial.

Weitere Daten dieser Geschäftsidee

Land: Deutschland Deutschland
Rechtsform: GmbH
Branche: Ernährung
Kategorie: Verschiedenes
Startkapital: * 25.000 EUR - 50.000 EUR
Website: www.braufaesschen.com
* geschätztes Startkapital

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